Was bedeutet Nachhaltigkeit in der Standortentwicklung?

Zum ersten Mal hat die IHK Nürnberg für Mittelfranken ihren „IHK-Immobilienpreis“ ausgeschrieben, der in diesem Jahr unter dem Motto „Nachhaltige Flächenentwicklung“ stand. Gesucht wurden Gewerbestandorte, die sich vor allem durch ihren effizienten Umgang mit der Fläche auszeichnen und einen nachhaltigen Beitrag zur Stadtentwicklung leisten.

In die Bewertung der Jury gingen aber auch weitere Aspekte ein, z. B. eine flächeneffiziente Bauweise durch Mehrgeschossigkeit und bauliche Verdichtung, die Begrünung von Fassaden und Dächern, intelligente Mobilitätskonzepte, aber auch besondere Angebote für die Mitarbeiter wie Betreuungseinrichtungen für Kinder und Erholungsmöglichkeiten. Die fünfköpfige Jury legte bei der Bewertung die „Nachhaltigkeitskriterien des Bundes“ und das Eckpunktepapier zur nachhaltigen Flächenentwicklung (PDF-Dokument), das vom Arbeitskreis für Immobilienwirtschaft auf den Weg gebracht und von der Vollversammlung als IHK-Position verabschiedet wurde, zugrunde.

Im Bewerbungszeitraum von Juli bis September 2020 wurden insgesamt 21 Bewerbungen eingereicht, die von der Jury in einem mehrstufigen Bewertungsverfahren beurteilt wurden. Am Ende standen drei Preisträger fest.

Die Preisträger des IHK-Immobilienpreises 2021

Gräßel Architekten

Jochen und Marianne
Schreier GbR

Siemens AG

Hintergrund zum IHK-Wettbewerb

Die Initiative für diesen Wettbewerb ging vom IHK-Arbeitskreis Immobilienwirtschaft aus, der in den letzten Monaten intensiv an Vorschlägen für eine nachhaltige Standortentwicklung gearbeitet hatte. Nicht zuletzt brachte die im vergangenen Jahr verabschiedete Flächensparoffensive der Bayerischen Staatsregierung Bewegung in die Diskussion zum Thema Flächeneffizienz.

Die Immobilienexperten des IHK-Arbeitskreises sind sich darin einig, dass quantitative Obergrenzen für die Flächenausweisung keine wirtschaftsverträgliche Lösung sein können. Sie würde nicht nur die kommunale Planungshoheit in Frage stellen, sondern es den Unternehmern auch erschweren, schnell und bedarfsgerecht auf wirtschaftliche Veränderungen zu reagieren. Die IHK setzt deshalb auf einen engen Dialog zwischen Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Gesellschaft. Außerdem müssten die vielen vorbildlichen Maßnahmen von Unternehmen, die ihre Gewerbeimmobilien nachhaltig gestaltet haben, noch größere Breitenwirkung erhalten.

„Der Wettbewerb soll einen Beitrag dazu leisten, solche Best-Practice-Beispiele bei Unternehmen, Planern und Verwaltung bekannter zu machen“.